Verabschieden Sie sich von dem Vorurteil, dass betroffene Mädchen naiv und dumm sind. „Loverboys" sind Meister der Manipulation und wissen genau, was sie tun und sagen müssen, um Mädchen für ihre Zwecke auszunutzen. Deswegen ist ihre Masche so perfide.

Jeder Mensch braucht Liebe. Geliebt zu werden ist ein tiefes, menschliches Bedürfnis. „Loverboys" setzen genau dort an und bauen eine Beziehung zu den Betroffenen auf. Die Mädchen fühlen sich zunächst verstanden, geborgen und geliebt. Stück für Stück können sie sich ein Leben ohne den „Loverboy" gar nicht mehr vorstellen. Während er dies nur vorgibt, würden sie tatsächlich alles für ihn tun und stellen dies letztlich auch unter Beweis.

Da er am Anfang den perfekten Freund gespielt hat, sind sie versöhnlich, wenn er Schritt für Schritt ihre Grenzen überschreitet und sie letzlich dahin bringt, wo er sie haben will – in die Prostitution. Ihre Hoffnung, dass alles irgendwann so wird, wie es am Anfang war und wie „Loverboy" und Mädchen es sich gemeinsam erträumt haben, hält sie bei ihm.

Wenn das Mädchen merkt, dass alles nur eine Lüge war, ist es oft zu spät, unter anderem, weil viele Betroffene durch eine sogenannte Traumabindung an den „Loverboy" gebunden sind. Um jetzt von ihm los zu kommen, braucht das Mädchen dringend Hilfe.